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Der Wolpertinger

(Wolpertingus bajuvarensis)

- oder das bayerische Urvieh -

ist nur in den bayerischen Wäldern beheimatet. Erst kürzlich wurde ein Tier im nördlichen Rupertigau gesichtet und das auch noch am hellerlichten Tage (>>>> Fotos).

Viele haben von der wunderbaren Tierart gehört, aber nur wenigen war es bisher vergönnt, ihn selbst zu sehen. Denn er ist eigentlich ein tagscheues Tier. Obwohl der Wolpertinger keiner Schonzeit unterliegt, wird er nur äusserst selten erlegt. Denn nur zu Mitternacht ist es möglich, ihn zu erlegen.

Der Wolpertinger ist eine zoologische Sensation, denn er hat Merkmale von Nagetieren, Huftieren und manchmal auch von Vögeln in sich vereint. Viele norddeutsche Forscher dachten bisher, es handle sich um eine nicht überlebensfähige Laune der Evolution; eine zum Scheitern verurteilte Mutation, die erst anfang des 19. Jahrhundert entstanden ist und bald wieder vom Erdboden verschwunden sein wird.

Bayerische Paläontologenkollegen aus München wußten es besser - nach jahrzentelangen Ausgrabungen entdeckten sie nun die direkten Vorfahren des Wolpertingers in 16 Millionen Jahre alten bayerischen Gesteinsschichten. Der Wolpertinger kann also auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurückweisen,

Der Name Wolpertinger setzt sich aus den Landschaftsbereichen zusammen in denen das Tier lebt: WO ist in Woid enthalten was Wald bedeutet, LP ist im Worte Alpen vorhanden, ER ist der Fleder entnommen, was in bayrisch fliegend heißt und TINGER ist eine altbayrische Bezeichnung, der moderne Wortlaut bedeutet Dinger. Als Dinger bezeichnet man in Bayern alles was man nicht sprachlich einordnen kann (wie z.B. wenn man zu einem Urbayern sagt, das man Frikadellen möchte, die ja bekanntlich "Fleischpflanzl" heißen). Setzen wir das Wort jetzt zusammen, so haben wir wieder einen Wolpertinger, der je nach Landstrich aber auch Woipadinga genannt werden kann.

Er ernährt sich hauptsächlich von Mäusen, kleineren Vögeln wie Rebhühner, Insekten und Gemseneier. In Notzeiten oder wenn er durch Bejagung bedroht wird, greift er aber auch Menschen an. Vorwiegend lebt er in bayrischen Gebirgswäldern, aber auch in anderen Wäldern kann man ihn mit Glück finden. Da die Wälder schrumpfen wurden angeblich auch schon in Tirol "Wolpis" gesichtet. Die Jagd nach diesem seltsamen und seltenen Tier ist schon seit Urzeiten überliefert. Sie muß immer Nachts und bei Vollmond erfolgen und man sollte eine Kerze aus Bienenwachs und einen leeren Kartoffelsack mit sich führen. Der Wolpertinger lebt in Höhlen, welche man Bau nennt und aus denen er nur bei Vollmond herauskommt. Der Trick an der Jagd ist anscheinend dieser, das man das Tier nur 15 Tage vor einem Gewitter fangen kann.

Man stellt die Kerze vor dem leeren Kartoffelsack auf, der Wolpertinger ist als Gefährlich aber auch als besonders Neugierig bekannt, wird vom Lichtschein und dem Duft der Kartoffeln angelockt und tappt in die Falle. Gefangen werden darf er allerdings nur mit einer Sondergenehmigung, welche nur der Bürgermeister und der Pfarrer der jeweiligen Gemeinde ausstellen dürfen. Von Vorteil bei der Jagd kann das Tragen eines Vollbartes sein, da "Wolpis" Bartträger anscheinend lieben. Es ist manchem Jäger schon passiert, daß der Wolpertinger freiwillig in den Sack springt und fasziniert den Vollbart betrachtet und keinen Fluchtversuch unternimmt. Knochenfunde und Skelette beweisen, daß der Wolpertinger schon seit Urzeiten in den bayrischen Wäldern lebt. Der Vorfahre der Wolpertinger, der übrigens Eier legt, war ein Fleischfresser mit 2 Metern Länge, Spitzen verlängerten Eckzähnen und dichtem Fell.

Einer der nächsten Verwandten der Wolpertinger ist der sogenannte "Haggis" aus den schottischen Highlands. Er besitzt ebenso wie viele Wolpertinger Flügel aber nur drei Beine. Die drei Beine sind aber kein Hindernis in den Highlands. Der einzige Nachteil besteht eigentlich beim Haggis darin, daß er wegen seinem fehlenden Bein nur in eine Richtung um einen Berg laufen kann.

Die Jagd nach diesem seltenen Tier soll aber jetzt durch die Bayrische Regierung gestoppt werden und das ist kein Scherz, er steht unter strengstem Artenschutz. Der Wolpertinger ist durch Tourismus, Überkultivierung und zunehmenden Straßenverkehr stark gefährdet, Berichte über Sichtungen werden immer seltener...

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